Zukunftswerkstatt in Kolumbien: „Öl und Wasser mischen“ | Ein Bericht von Wolfgang Goede

Unterschiedliche Kulturen und Sprachen sind wie Öl und Wasser. Sie vermischen sich nicht von alleine. Der Akt verlangt ein Spülmittel als Vermittler. Diesen spielt bei der Annäherung von Kulturen die Zukunftswerkstatt. Eine solche bieten wir Einrichtungen mit unterschiedlichen kulturellen Heimaten auf unserer Finca bei Medellín in Kolumbien an.


Unlängst hatten wir die Leitung eines Bildungsinstituts zu Gast. Kolumbianer und Deutschen, sie lebten eher nebeneinander her, als wie erwünscht eng verzahnt und kooperativ. Das Jungk’sche Drei-Phasen-Modell erwies sich als genial für den Brückenschlag. Wir simulierten es als Flugreise mit Start, schwerkraftfreies Schweben, Landen. In der Utopiephase erfanden die Teilnehmenden bühnenreife Sketche zum Überwinden der kulturellen Sprachlosigkeit. Im lockeren Finca-Ambiente streiften sie hierarchische Korsetts ab und sprengten persönliche Panzerungen. Es war diese Emotionalität, der gemeinsame Spaß am Spielen, auch das sich Überwinden dazu, das Adrenalin zusammen mit dem Herunterklappen der Visiere, die das Direktorat bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz tatsächlich näher zusammenrücken und am gemeinsam verfassten Aktionsplan arbeiten lässt, wie wir mittlerweile erfahren haben.

Ein schöner Erfolg für Robert Jungk und seine auch international und transatlantisch funktionierende Methodik. Grundsätzlich scheinen Zukunftswerkstätten in Lateinamerika einfacher als in Europa, weil die Teilnehmenden sich zwangloser aufs Spielerische einlassen. Wichtiges Element dabei sind auch Tanzen und Musizieren, das die Teilnehmenden gerne und von ganz alleine in die Utopiephase einbringen, mit insgesamt sehr intensiven zwischenmenschlichen Begegnungen, Austausch, Erfahrungen. Mit Musik und Poesie wird die Veranstaltung fast wie ein Festival. Um so mehr müssen die Moderatoren in der Realisierungsphase aufpassen, dass beim Landen das Großhirn wieder zugeschaltet wird, ausführliche Reflexion stattfindet, Himmel und Erde optimal geerdet werden.

Eine Zukunftswerkstatt zuvor in Medellín mit Sozialpädagogen eines Waisenhauses war zu Ende gegangen mit dem denkwürdigen Satz:
„Wenn wir wollen, sind wir stark, mächtiger als selbst Coca Cola.“

Wolfgang Chr. Goede, Journalist und Facilitator
mit Libia Luz Obeso, Psychologin und Pädagogin
w.goede@gmx.net

https://www.linkedin.com/pulse/zukunftswerkstatt-kolumbien-die-kunst-des-br%25C3%25BCckenbaus-goede/?trackingId=DfhLhM5b51BOfZ%2BVerQlIA%3D%3D

https://www.xing.com/communities/posts/wir-sind-maechtiger-als-coca-cola-robert-jungks-zukunftswerkstatt-widmet-sich-kolumbianischen-kindern-1004129495

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