Mara Ruth Wesemüller von der TU Braunschweig hat 2022 die Ausbildung „Zukunftswerkstätten gekonnt anleiten“ in der Robert-Jungk-Bibliothek Salzburg absolviert. Hier berichtet sie über ihre erste durch geführte Zukunftswerkstatt in einer Realsituation mit spannenden Ergebnissen:
Worin besteht das kulturelle Erbe einer diversen, regionalen Gesellschaft und wie könnte es im Gegenwartstheater verhandelt werden?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich die erste Zukunftswerkstatt der Technischen Universität Braunschweig, die in Kooperation mit dem JUNGEN! Staatstheater Braunschweig organisiert wurde. Die Methode zur Gruppenarbeit ist ein Angebot für Co-Creation mit Forschenden und gesellschaftlichen Akteur*innen des Teams Wissenstransfer im Transfer- und Kooperationshaus der TU Braunschweig.
Zwölf Teilnehmer*innen kamen bei der ganztägigen Zukunftswerkstatt im Juni 2023 unter dem Titel „Kulturelles Erbe in einer diversen Gesellschaft“ im Staatstheater Braunschweig zusammen, die im Rahmen des Festivals „Ausweitung des Ringgebiets“ stattfand. Hier vereint das Theater in seiner Interpretation Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ unterschiedliche Ausdrucksformen darstellender Kunst und Musik. Neben Vertreter*innen des Staatstheaters und verschiedenen Akteur*innen der Stadtgesellschaft beteiligten sich Forschende und Lehrende des TU-Forschungsschwerpunkts „Stadt der Zukunft“.
Den Teilnehmer*innen gefiel besonders, dass die Methode erst den utopischen Ideen freien Lauf lässt, dann gerade am Ende sehr konkret wird und Wege hin zur Umsetzung weist. Zunächst wurde ermittelt, worin das kulturelle Erbe in einer dezidiert diversen regionalen Gesellschaft besteht und wie das Staatstheater Braunschweig dies verhandeln könnte. Das sind zentrale Fragen auch auf dem Weg zu einer noch inklusiveren und weltoffeneren Stadt der Zukunft.
Neue Kooperationen andenken
Andere Teilnehmer*innen reflektieren positiv, wie das Konzept des ‚kulturellen Erbes‘ zunächst konzeptuell in seiner Vielfalt diskutiert, kritisch geprüft und im Rahmen des Tages stets als „vielfältiges kulturelles Erbe in einer diversen Gesellschaft“ gelesen wurde. „Es war sehr produktiv, in einer herrlich diversen Gruppe zu arbeiten, zusammengesetzt aus Akteur*innen der Region.“ So konnten die Teilnehmer*innen die schon existierenden, Diversität und Partizipation ermöglichenden Projekte des Staatstheaters und der eingeladenen Akteur*innen kennenlernen, Kooperationen andenken und darauf mit Visionen aufbauen.
Konkrete Ideen und Handlungsansätze
Die Zukunftswerkstatt wurde von allen Teilnehmenden produktiv mitgestaltet, wodurch einige konkrete Ideen und Handlungsansätze entstanden sind. „Durchweg ist deutlich geworden, dass die Frage nach diversem kulturellem Erbe am Staatstheater Braunschweig nicht beantwortet werden kann, ohne sich mit der Institution Theater und deren Produktionsbedingungen selbst auseinanderzusetzen“, zieht die Moderatorin Dr. Mara Ruth Wesemüller ein Resümee. „Die Zukunftswerkstatt nach Robert Jungk ist eine sehr effektive Methode, um Herausforderungen anzugehen und nachhaltige Lösungen zu finden“, so Wesemüller. „Sie fördert die Kreativität, das Engagement und die Verantwortungsbereitschaft der Teilnehmer*innen und schafft eine positive Grundstimmung für Veränderungen.“

Textnachweis: Mara Ruth Wesemüller // Bildnachweis: E. Qirinxhi/TU Braunschweig

